Introvertierte Menschen – Stärken & Herausforderungen ruhiger Persönlichkeiten

Wir leben in einer Welt, in welcher scheinbar immer diejenigen gewinnen, die am lautesten schreien. Nicht selten werden ruhige Menschen durch ihre zurückhaltende Art falsch eingeschätzt oder übersehen. Doch was verbirgt sich hinter diesem stillen Charakterzug? Und was kannst du als Introvertierter tun, um nicht ständig unterzugehen?

Bist du genau wie ich auch eher von der ruhigen Sorte? Dann weißt du sicherlich was ich meine, wenn ich sage, dass „höher, schneller, weiter“ für mich überhaupt nicht funktionieren.

Menschen, mit einem überwiegend introvertierten Wesenskern meiden gerne alles, was mit Lautstärke, Konkurrenzkampf und Machtdruck zu tun hat. Ganz einfach, weil es so überhaupt nicht ihrer Persönlichkeitsstruktur entspricht und enorm viel Kraft kostet.

Vielleicht bist du aber auch eher extravertiert und möchtest lediglich deinen introvertierten Partner oder deine zurückhaltende Freundin besser verstehen, mit denen das Anderssein immer wieder zu Konflikten führt.

Warum spielt es überhaupt eine Rolle ob du eher introvertiert oder eher extravertiert bist? Sind nicht alle Menschen gleich wertvoll? Und ist dieses Schubladendenken nicht viel zu undifferenziert?

Natürlich sind introvertierte Menschen weder besser noch schlechter als extravertierte Menschen. Und mir geht es auch überhaupt nicht darum jemanden festzunageln. Jeder von uns ist einzigartig.

Betrachtet man jedoch alle Menschen hinsichtlich ihrer Wesensart und ihres Charakters, so lassen sich absolut gesehen zwei Persönlichkeitstypen identifizieren: introvertiert und extrovertiert.

Bei diesen beiden Persönlichkeitsmerkmalen handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Wesensarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Beide haben ihre individuellen Stärken und Herausforderungen. Und es kann sehr hilfreich für die eigene Entwicklung sein, sich bewusst zu machen, wozu man selbst tendiert und was die beiden Typen voneinander unterscheidet. 

Wie ticken introvertierte Menschen und was unterscheidet sie von Extravertierten?

Gemäß der Persönlichkeitstheorie des Psychiaters Carl Gustav Jung handelt es sich bei „Introvertiertheit“ um einen Gegenpol zu „Extrovertiertheit“. Jung traf in den 1920er Jahren erstmals eine Unterscheidung der beiden Persönlichkeitsmerkmale. Er zeigte auf, dass sich diese beiden Wesenszüge in erster Linie dadurch unterscheiden, wie sie mit ihrer Umwelt interagieren – nämlich komplett verschieden.

Wichtig ist mir noch an dieser Stelle zu erwähnen, dass kein Mensch auf der Welt wohl „nur“ extrovertiert oder „nur“ introvertiert ist. Jeder von uns hat sowohl extrovertierte als auch introvertierte Züge. Die Frage ist vielmehr: Wozu tendieren wir mehr und aus welcher Welt ziehen wir unsere Kraft? Vielleicht liegen wir auch genau dazwischen. Das kommt ebenfalls häufig vor.

Der Einfachheit halber schreibe ich in diesem Artikel von „introvertierten“ oder „extrovertierten“ Menschen. Damit meine ich kein Entweder-Oder, sondern in welcher Welt ist ein Mensch eher zu Hause ist.

Bist du eher introvertiert?

Introvertierte Frau sitzt alleine auf einer Felsklippe

Introvertierte Charaktere wenden ihre Aufmerksamkeit, Kraft und Energie mehr nach Innen und ziehen ihre Energie und Inspiration demnach auch eher aus ihrem Innenleben und insbesondere aus dem Alleinsein. Introvertierte Menschen brauchen Rückzugsorte um sich zu erholen. Gerne in Gemeinschaft sind sie nur in engen, vertrauten Beziehungen. In größeren Gruppen neigen sie mehr zum passiven Beobachten als zum Handeln. Sie sind in sich gekehrt und haben wenig Interesse an oberflächlichen Gesprächen. Am wohlsten fühlen sich Intros in einer ruhigen Umgebung.

Erkennst du dich wieder?

Introvertierte werden häufig als still, zurückhaltend und ruhig beschrieben.
In kleineren Gruppen können sie aber durchaus aus sich herausgehen.

Merksatz Introversion Schüchternheit

Wichtig: Introversion ist nicht gleichzusetzen mit Schüchternheit. Schüchternheit ist eine Blockade, die aus Angst vor Ablehnung entsteht und uns im Umgang mit anderen hemmt. Ich selbst kenne das aus meinem eigenen Leben, das es Momente gibt, in denen ich mehr aus mir herauskommen möchte, mich aber nicht traue.

Es gibt sowohl schüchterne extrovertierte als auch nicht-schüchterne introvertierte Personen. Introvertierte haben jedoch aufgrund ihrer ruhigen, zurückhaltenden Persönlichkeitsstruktur eher einen Hang zu Schüchternheit oder Selbstzweifeln.

Während Schüchternheit häufig einen gewissen Leidensdruck mit sich bringt, haben wir mit der Veranlagung „Introversion“ zunächst einmal überhaupt kein Problem. Schwierig wird es also nur dann, wenn wir uns selbst nicht treu bleiben können oder wir uns aus Angst vor Kritik oder Beschämung unsichtbar machen.

Oder bist du eher von der extrovertierten Sorte?

Extrovertierte Menschen sind eher nach außen gerichtet und stehen meist sehr gerne im Mittelpunkt. Sie ziehen ihre Kraft vor allem aus dem Austausch mit anderen und dem Handeln innerhalb sozialer Gruppen. Sie blühen in Gemeinschaft mit anderen regelrecht auf und tragen ihr Herz auf der Zunge. In zwischenmenschlichen Beziehungen bauen sie sehr schnell Vertrauen auf.

Typische Eigenschaften  extravertierter Charaktere
sind dominant, aktiv, kontaktfreudig und gesellig.

Wie du vielleicht bemerkt hast, laden beide Charaktertypen ihre Akkus auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise auf. Hast du dich in einem oder beiden Persönlichkeitsmerkmalen wiedererkannt? Dieses Wissen und die daraus gewonnene Selbsteinschätzung können dir dabei helfen, dich selbst besser anzunehmen, und damit mehr zu dir und zu deinen Bedürfnissen zu stehen. Gleichzeitig kannst du deinen „Gegenpol“ ebenfalls besser akzeptieren, ohne ihn gleich verändern zu wollen.

Introversion – Herausforderungen & Stärken des stillen Gewässers

Die unvollständige Wahrnehmung introvertierter Menschen

Introvertierte Menschen haben häufiger als extrovertierte Menschen das Gefühl, irgendwie nicht richtig zu sein. Kein Wunder. Je genauer man sein Inneres unter die Lupe nimmt, desto eher sieht man eben auch die eigenen Fehler und Unvollkommenheiten. Wenn du auch eher introvertiert bist, dann sind Selbstzweifel und Unsicherheiten für dich mit großer Wahrscheinlichkeit kein Fremdwort.

Introvertierte Menschen werden auf den ersten Blick nicht selten als reserviert, weniger sympathisch oder desinteressiert wahrgenommen. Schuld an diesem negativen Bild ist allerdings nicht die Tatsache, dass mit zurückhaltenden Menschen etwas nicht stimmt. Sondern die Neigung von Menschen, ihre Meinungen oberflächlich und schnell zu bilden.

Wie bereits erwähnt, brauchen introvertierte Personen länger, um aus sich herauszukommen. Sie beziehen ihre Energie mehr aus sich selbst und aus dem Alleinsein. Oberflächliche Gespräche wie Small Talk kosten unwahrscheinlich viel Kraft und werden daher wenn möglich gemieden. So wird die im Wesen vieler Introvertierter begründete ruhige und zurückhaltende Haltung manchmal fälschlicherweise als Gefühlskälte oder Desinteresse ausgelegt.

Die wirklichen Vorzüge vieler stiller Menschen bekommt man meist nur bei näherem Kennenlernen zu sehen. Dieses findet in der Realität allerdings oft gar nicht statt. Entweder weil das Gegenüber zu ungeduldig ist und sich zu schnell ein Urteil bildet oder aber der Rahmen gibt einfach nicht mehr her. So kann es zum Beispiel passieren, dass es bei einem Vorstellungsgespräch aufgrund der eher oberflächlichen Gespräche zu einer Fehleinschätzung kommt.

Vielleicht ist dir das auch schon passiert und du wurdest von einer Person komplett falsch eingeschätzt und hattest das Gefühl, das dein Wesen nicht erkannt wurde. Mir selbst ist das auch schon passiert. Diese Erfahrung kann sehr verletzend sein und dazu führen das wir anfangen an uns selbst zu zweifeln.

Wer langweilt oder unklar ist, wird übersehen

Wir leben in einer für Extrovertierte optimalen Welt. Daraus ergeben sich für introvertierte Menschen einige Nachteile. Wer im Leben vorankommen will, hat es von Natur aus einfacher, wenn er laut, schnell und nach außen gerichtet ist. Denn, wer mehr auffällt – und dabei spielt erst mal keine Rolle ob positiv oder negativ – bekommt mehr Aufmerksamkeit.

Merksatz Gehirn liebt Klarheit

Wer hingegen unklar oder sehr zurückhaltend wirkt, wird eher übersehen und gilt schnell als langweilig oder komisch. Das liegt daran, das unser Gehirn zuerst auf stärkere Reize und Unterhaltung anspringt. Darüber hinaus lieben wir Klarheit. Wir wollen nicht lange überlegen, um jemanden einzuschätzen. Wer klar kommuniziert wirkt daher erst mal vertrauenswürdiger und wird eher wahrgenommen.

Das Bedürfnis nach Gesehenwerden ist das größte
menschliche Bedürfnis überhaupt. 

Wir alle sind darauf angewiesen von anderen wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden. Werden wir nicht gesehen, für das was wir sind, dann neigen wir dazu, uns andere Dinge und Verhaltensweisen anzueignen, für die wir Bestätigung erhalten.

Nicht selten unterliegen stille Menschen der Versuchung, sich zu verstellen und sich der Welt anzupassen, um nicht unterzugehen. Das muss aber gar nicht sein, wenn wir lernen unsere Stärken wahrzunehmen und gezielt einzusetzen. Und uns auf unsere individuelle Art und an den richtigen Stellen sichtbar zu machen.

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Die Stärken stiller Menschen

Während Extrovertierte sich ihrer selbst meist sehr bewusst sind, sind introvertierte Menschen sich ihrer spezifischen Stärken und Fähigkeiten oft nicht ausreichend bewusst. Diese häufig auftretenden Selbstzweifel sind in Wahrheit jedoch meist unberechtigt.

Bestsellerautorin Jennifer B. Kahnweiler nennt eine ganze Reihe positiver Merkmale und Aspekte von Introvertierten.

  • Introvertierte denken nach bevor sie sprechen. Sie reflektieren lieber gründlich, was andere sagen und denken.
  • Introvertierte sind tiefgründig. Sie lieben gründliche Analysen und tiefgehende Gespräche. Das „Sein“ ist wichtiger als der „Schein“. Sie sind daher oft gewissenhaft und gründlich.
  • Introvertierte strahlen auch in Krisen eine angenehme und kraftspendende Ruhe aus und neigen nicht zu einem überstürzten Aktionismus.
  • Introvertierte formulieren ihre Gedanken lieber schriftlich als mündlich, da dies eine genauere Formulierung zulässt.
  • Sie lieben Zeiten der Einsamkeit, um Energie aufzuladen, Klarheit zu schaffen und Gedanken zu verarbeiten.
  • Des Weiteren sind Introvertierte oft sehr gute und einfühlsame Zuhörer. Sie sind geduldig und ausdauernd.

Bill Gates, Steve Jobs, Mahatma Ghandi und Warren Buffett. Sie alle sind bzw. waren introvertierte Menschen, die große Dinge bewirkt haben.

Wer lernt seine introvertierten Anteile mehr anzunehmen und gezielt einzusetzen, der muss durch sein Naturell keine Nachteile im Leben haben.

Fünf Punkte, die du als Introvertierter Mensch tun kannst, um auf DEINE Art glücklich und erfolgreich zu werden

1. Überwinde deine Selbstzweifel

Wie bereits erwähnt, neigen Introvertierte zu ungerechtfertigten Selbstzweifeln. Das liegt auch daran, dass zurückhaltende Menschen weniger sichtbar sind als Extrovertierte und deshalb weniger Bestätigung erhalten.

Deswegen ist es wichtig, dass du deine Gedanken achtsam wahrnimmst. Wenn Zweifel aufkommen, nimm wahr, dass es sich um bestimmte Gedanken handelt, die bestimmte Gefühle in deinem Körper auslösen. Für dein Gehirn spielt es zunächst keine Rolle ob ein Gedanke wahr ist oder nicht. Für dein Empfinden schon. Wenn du also dabei bist, ein Ereignis oder das Verhalten einer Person auf dich zu beziehen, dann überlege ob es nicht auch andere mögliche Erklärungen und Gründe geben könnte, die vielleicht gar nichts mit dir zu tun haben.

Unsere Zweifel sind Verräter.

Sie führen dazu, dass wir das Gute, das wir erreichen könnten, nicht bekommen, weil wir den Versuch, es zu erreichen, gar nicht wagen

(William Shakespeare)

2. Konzentriere dich auf deine Stärken

Wir neigen oft dazu, einem bestimmten Ideal nachzujagen. Wir denken, wir müssten all unsere Schwächen wegtrainieren oder verstecken, um liebenswert, glücklich und erfolgreich zu sein. Nichts raubt jedoch mehr Kraft und Motivation als der ständige Blick auf deine Unvollkommenheiten.

Where the focus goes, energy flows.

Zielführender ist es daher, dich mehr auf deine Stärken und Erfolge zu konzentrieren und deine Schwächen ein Stück weit zu akzeptieren. Du musst nicht alles können oder wissen. Man kann sich Hilfe holen oder Dinge delegieren. Das bedeutet nicht, dass du nicht auch an dir arbeiten solltest, sondern vielmehr das du deine Schwächen nicht ins Zentrum deiner ganzen Persönlichkeit stellst.

Erfolgreiche und glückliche Menschen haben eine Sache gemeinsam. Sie fokussieren sich auf die Dinge, die sie gut können und die sie beeinflussen können und verharren nicht bei ihren Fehlern.

Wenn du deine Stärken nicht so richtig kennst, bitte Freunde oder Familienmitglieder dir eine Rückmeldung zu geben, was sie an dir besonders schätzen.

3. Mache dich sichtbar, ohne dich zu verstellen

Die meisten Introvertierten kommen im Gegensatz zu ihrem extrovertierten, dominanten Gegenpol oft zu kurz. Zumindest was das Thema Sichtbarkeit angeht. Vielleicht stellst auch du dir die Frage: „Was kann ich tun, um von anderen mehr gesehen zu werden, ohne mich dabei zu verstellen? Und damit endlich auch mehr Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Respekt zu erhalten.

Bitte verstehe mich nicht falsch, es geht nicht darum, dass du deinen Wert von anderen Menschen abhängig machen sollst. Davon halte ich selbst gar nichts. So geraten wir nur in ein neues Gefängnis.

Es geht darum, dass du lernst dich mehr zu zeigen und damit der Welt nicht länger deine Gaben und Talente vorzuenthalten. Und dass du das tust, was du auf dem Herzen hast und dich nicht versteckst.

Merksatz: Es nützt nichts wenn du gut bist und keiner das mitbekommt

Menschen, die besonders ruhig sind, werden leider oft übergangen oder gar nicht erst wahrgenommen.

Deswegen ist es so wichtig, dass du dich als stiller Mensch sichtbar machst. Es nützt nichts, wenn du gut bist und keiner das mitbekommt.

Die gute Nachricht ist: Du musst nicht laut werden oder dich extrovertiert und super selbstbewusst verhalten, um gesehen zu werden. Du kannst dich auf deine persönliche leise Art und Weise zeigen und dir selbst treu bleiben.

Um sichtbarer zu werden, musst du dich nicht überall und immer in den Vordergrund drängen. Es genügt, wenn du dich an den entscheidenden Stellen zeigst.

Und erwarte nicht, das andere von selbst merken, was du tust und welchen Beitrag du leistest. Das wird mit aller Wahrscheinlichkeit nicht passieren. Und selbst wenn, in unserer Welt und vor allem im Berufsleben geht es nun mal leider nicht gerecht zu. Oder hast du schon mal von jemandem gehört, der von allein eine Gehaltserhöhung bekommen hat, weil er seine Arbeit so gut erledigt hat? Ich vermute mal eher nicht. Und selbst wenn dann ist das eher die Ausnahme.

Du musst also anderen zu erkennen geben, was deinen Wert ausmacht. Sei es deinem Chef, deinen Kunden oder zur Not auch deinem Partner, falls der es mal kurzzeitig vergessen sollte. 🙂 Es geht nicht darum herum zu prahlen oder anzugeben. Es geht darum, Menschen, die dich durch deine zurückhaltende Art unvollständig wahrnehmen zu zeigen, welcher Reichtum tatsächlich in dir steckt. Damit du im Job und in deinen Beziehungen so wertvoll eingestuft wirst, wie du tatsächlich bist.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dich sichtbar zu machen ist, dass du deinen Wert selbst kennst. Womit wir wieder bei den Selbstzweifeln wären. Du musst wissen, was dich ausmacht und darfst nicht nur an deinen Schwächen anhaften. Dann trittst du automatisch sicher auf und machst dich auf entspannte Art und ganz natürlich sichtbar. Vielleicht bist du besonders hilfsbereit und kannst gut zuhören. Oder du bist sehr gewissenhaft und zuverlässig. Oder aber du kennst dich in einem Gebiet besser aus als deine Kollegen. Ersteres sind übrigens alles Eigenschaften die vielen Extrovertierten schwer fallen. Vielleicht denkst du „Zuhören“ ist nichts Besonderes. Oh doch! Für eine einsame alte Frau kann diese Eigenschaft von sehr großer Bedeutung sein.

Der Schlüssel zu mehr Sichtbarkeit und damit zu mehr „Erfolg“ liegt also nicht in einem (für dich unnatürlichen) lauten Auftreten. Und schon gar nicht in einer ständigen Selbstoptimierung, sondern in der Beseitigung deiner Selbstzweifel und im Einsetzen deiner Fähigkeiten.

Daraus ergibt sich eine einfache Gleichung:

4. Lerne, dich selbst zu behaupten

Viele Introvertierte sind sehr sensibel, wenn nicht sogar hochsensibel. Sie sind sehr harmoniebedürftig und gehen der Konfrontation gerne aus dem Weg.

Nicht selten haben zurückhaltende Menschen große Schwierigkeiten in der Durchsetzung ihrer eigenen Interessen. Eine Denkfehler, der mir an dieser Stelle oft begegnet, ist der Gedanke, NEIN zu sagen oder sich durchzusetzen sei egoistisch. Sofern das Gegenüber seine Zustimmung also nicht ausdrücklich signalisiert, halten sich viele Intros lieber zurück. Das untergräbt jedoch auf Dauer den eigenen Selbstwert und die eigene Persönlichkeit.

Der Grund für die Zurückhaltung ist nämlich oft nicht das Wohl der anderen, sondern eine tiefsitzende Angst vor Ablehnung und davor, was die anderen denken könnten. Und wer sich aus den falschen Motiven, sprich aus Angst anpasst, der macht sich abhängig von anderen Menschen.

Es ist daher sehr wichtig, das du lernst dich selbst zu behaupten – für dich selbst und für andere. Und du wirst sehen, das deine Ängste größtenteils unbegründet sind.

Wenn du ehrlich zu dir stehst und deine Meinung vertrittst, ohne dabei unfreundlich oder respektlos zu werden, dann erhältst du durch deine Integrität und deine Fähigkeit dich abzugrenzen eher Respekt als Ablehnung. Das ist meine Erfahrung. Darüber hinaus entsteht erst durch diese Echtheit wirkliche Nähe. Wichtiger als Anpassung und eine falsche Perfektion ist daher Authentizität. Sag, was du sagen willst, auch wenn es nicht jeder toll findet.

5. Überwinde Hemmungen & Schüchternheit

Viele Introvertierte überlegen sehr gut was sie sagen möchten, bevor sie etwas aussprechen. Diese Überlegtheit kann, genau wie jede Stärke zu einer Schwäche werden. Und zwar dann, wenn du zu lange nachdenken musst, weil du dich nicht traust deine Meinung zu sagen. Dann bist du nämlich blockiert.

Wenn deine zurückhaltende Art immer wieder von großen Hemmungen und Unsicherheiten begleitet wird, dann solltest du unbedingt daran arbeiten. Während Introversion einfach eine neutrale Wesensart ist, bringt Schüchternheit oft einen hohen Leidensdruck mit sich und schränkt dich in deiner Freiheit ein. Das weiß ich aus meinem eigenen Leben. Schon als Kind war ich so extrem ängstlich und schüchtern, dass ich bei fremden Menschen regelrecht zur Salzsäure erstarrt bin.

Zu mir hat einmal jemand gesagt, Schüchternheit sei der Wunsch nach Anerkennung verbunden mit der Angst vor Ablehnung. Großartige Erkenntnis, aber wie wird man davon frei?

Ich persönlich glaube nicht an eine schnelle Lösung und kann dir deswegen leider auch keinen In-3-Schritten-raus-aus-der-Schüchternheit-Plan bieten.

Was mir geholfen hat und teilweise immer noch hilft, ist Akzeptanz. Das bedeutet nicht sofort in Selbsthass zu verfallen, wenn soziale Ängste aufkommen. Zum anderen versuche ich Situationen, die für mich beängstigend sind, nicht mehr nur zu meiden, weil es sich unbequem anfühlt. Stattdessen überwinde ich Ängste, die sich mir in den Weg stellen. Das klappt mal besser und mal schlechter. Auch hilfreich ist ein offener Umgang mit dem Thema. Unsere Scham möchte uns gerne in die Passivität und Isolation treiben. Was jedoch am Licht ist, verliert seine Macht und damit hilft es oft auch schon sehr viel, das Schweigen zu brechen.

Was am Licht ist, verliert seine Macht.

Zusammenfassend möchte ich den Intros unter euch gerne noch 3 Aspekte mit auf den Weg geben:

  1. Du bist gut so wie du bist. Durch deine zurückhaltende und ruhige Art leistest du einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft. Schätze das wert und spiele es nicht herunter!
  2. Verbanne deine Selbstzweifel und konzentriere dich auf deine Stärken und Fähigkeiten.
  3. Mache dich sichtbar, ohne dich selbst darzustellen und ohne dich zu verstellen!

Ich hoffe sehr der Artikel hat dir gefallen. Hinterlasse mir gerne ein Kommentar mit deiner Meinung!

Alles Liebe
Vanessa

Vanessa

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